Heimatverein Rüsselsheim 1905 e. V.
Opels 150-Jahr-Feier: Rüsselsheimer Dr.- Fritz-Opel-Platz sollte herausgeputzt werden http://www.main-spitze.de/region/ruesselsheim/12205907.htm
17.07.2012 - RÜSSELSHEIM Von Ralf Schuster Im Jubiläumsjahr, in dem das 150- jährige Bestehen von Opel gefeiert wird, müsste der Dr.-Fritz-Opel-Platz von der Stadt eigentlich etwas herausgeputzt werden. Dieser Ansicht ist ein Anwohner, der sich unserer Zeitung gegenüber über den augenblicklichen Zustand beklagt. „Die Anlage verkommt“, ist seine Meinung, „da würde sich der Doktor dreimal im Grabe herumdrehen“. Die „Main-Spitze“ überzeugte sich vor Ort: Die Grünfläche wuchert in die Höhe, auf dem Weg durch die Anlage liegen Zigarettenkippen, er ist mit Unkraut bewachsen. Auch von den unbefestigten Bürgersteigen entlang der Längsseiten ist eigentlich nur noch ein Trampelpfad übrig und durch eine der sieben Bänke wächst eine Pflanze hindurch. Das Denkmal, das den vierten Sohn von Firmengründer Adam Opel abbildet, weist Farbspuren ebenso auf wie bröckelnden Putz im Sockel. „Es ist eine Katastrophe“, schildert der Anwohner, „der Zustand ist unmöglich“. Er habe sich vor einiger Zeit auch schon einmal beim Oberbürgermeister beschwert, daraufhin sei der Bewuchs zumindest einmal gemäht worden. „Das ist der übliche Rhythmus“ Stadt-Sprecherin Silke Fey erklärte, dass das Grün auf dem Platz vier Mal im Jahr gemäht werde. Das werde, so der Plan, in dieser Woche wieder der Fall sein. Jede Woche würden außerdem die Mülleimer geleert und auch die Kippen von den Wegen entfernt, so Fey: „Das ist der übliche Rhythmus“. Aufgrund der Anfrage, die von unserer Zeitung kam, werde nun der Graffiti-Express der Städtischen Betriebshöfe mit der Säuberung des Denkmals beauftragt und man wolle dessen Zustand noch einmal generell überprüfen.
Im Jahr 1989 hatte die Stadt schon einmal ein Projekt zur Aufwertung des Platzes gestartet, weil es auch damals Bürgerbeschwerden über sprießendes Unkraut gab. Ein Städteplaner wurde beauftragt und 75000 Mark wurden investiert. Von der Anlage von vier Rosenbeeten nach historischem Vorbild wurde berichtet. Von diesen ist heute nichts mehr zu sehen. Und die Umsetzung von Müllcontainern, aus optischen Gründen angekündigt, hat offenbar auch nicht gefruchtet, zumindest nicht lange: Derzeit stehen wieder zwei Altglas- und ein Altkleidercontainer am Rande der Anlage. Umbenennung in den 30er-Jahren In den 30er-Jahren hatte der Rüsselsheimer Gemeinderat den Bereich zwischen Dr. Ludwig-Opel- und Rudolf-Diesel-Straße, der zuvor Ferdinand-Lassalle-Platz hieß, in Dr.- Fritz-Opel-Platz umbenannt, weil der Ehrenbürger 500.000 Reichsmark für den Bau der Siedlungshäuschen südlich der Haßlocher Straße stiftete.
Im Rahmen des Programms „Kultur im Sommer“ hat Manfred Powalka, Vorsitzender des Heimatvereins, im Jahr 2009 auf dem Platz vor 60 Zuhörern einen Vortrag über Friedrich Franz Opel gehalten, der am 30. April 1875 in Rüsselsheim geboren und später von allen Fritz genannt wurde, weshalb er oft mit seinem Neffen, dem Autorennfahrer Fritz von Opel verwechselt werde. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er mit seinen vier Brüdern die Firma Opel, sorgte später mit der Einführung des Fließbandes für eine wegweisende Innovation und brachte Ende der 20er Jahre den Deal mit General Motors unter Dach und Fach. 1938 starb Fritz Opel an einem Herzinfarkt in Wien. Ein Jahr später, berichtete Powalka, wurde das Denkmal des Frankfurter Bildhauers Emil Hub auf dem Dr.-Fritz- Opel-Platz enthüllt. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber wieder aufgebaut und 1950, zu Fritz Opels 75. Geburtstag, erneut enthüllt.
Dr.-Fritz-Opel-Platz in Rüsselsheim. Foto: Detlef Volk
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