Heimatverein Rüsselsheim 1905 e. V.
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26. November 2011 | es „Billiger Jakob“ wird Kaufhaus
Ausstellung: Heimatverein zeigt in der Festung Exponate vom alten Gewerbe in Rüsselsheim – Manches Unternehmen machte eine steile Entwicklung – Fotos, Berichte und alte Rechnungen Schon lange vor Opel gab es bereits einträgliches Gewerbe in Rüsselsheim. Darauf weist gegenwärtig der Heimatverein in seinen Räumen in der Festung mit einer aufschlussreichen Sonderausstellung hin. An Stellwänden dokumentieren Fotos, Berichte und alte Rechnungen die Existenz der Schmieden Hummel in Königstädten, der Hufschmiede Kaiser in der Vollbrechtstraße. Und eine Originalrechnung von 1887 weist nach, dass es die Kokosmattenfabrik von Gustav Theodor Stöckicht in Rüsselsheim gab. Ein altes Foto belegt die Existenz von „Engelhardts Zichorienfabrik“ auf dem Gelände des einstigen Engelhardshofs in Rathausnähe. Es gab auch die Hasenhaarschneiderei Schildge und ein historisches Foto weist im Jahr 1896 den Pflasterbetrieb von Wilhelm Lotz nach. Manches Unternehmen machte späterhin eine steile Entwicklung: Aus dem „billigen Jakob“ auf dem Bahnhofsplatz wurde späterhin das „Textilhaus (später Kaufhaus) Jeske“, mit der
Zentrale in der Innenstadt und zwei Filialen im Dicken Busch und im Einkaufszentrum Haßloch- Nord. Aus der „Ankerwicklerei Rudolf Fritz“ wurde späterhin das heute international ausgerichtete Unternehmen in der Hans-Sachs- Straße. Dokumentiert sind in dieser Ausstellung auch die einstige Sauerkrautfabrik Wagenbach in Königstädten und die dortige Käserei Einsiedel, die mit ihrem „Original Mainzer Handkäse“ aus Sauermilchquark warb und die hier mit Fotos aus dem laufenden Betrieb, mit Reiferegalen und einer Aufnahme des Senior-Chefs Georg Einsiedel vertreten ist. Zahlreiche Besucher, die gestern zur Eröffnung des Kunsthandwerkermarktes vom Festungshof aus die Ausstellung des Heimatvereins im Obergeschoss des Gebäudekomplexes besuchten, betrachteten interessiert die Exponate, die liebevoll gesammelt und von denen viele bei Auktionen ersteigert worden sind. Eine kleine Ausstellung im Treppenhaus zeigt neben Prominenten wie Luise Hessemer, die den ersten Rüsselsheimer Kindergarten eröffnete, den Heimatdichter Jakob Falk und der Freifrau von Verna auch drei derbe Rüsselsheimer Originale, die eng mit der Stadt verbunden sind: das Schwergewicht „Fresser-Peter“, der bei Opel eine
Werksbahn chauffierte, der „Lerche-Jakob“ und der „Banger-Karl“, deren Namen allesamt den alten Rüsselsheimern noch geläufig sind. Die Ausstellung ist noch am Samstag (26.) und Sonntag (27.) jeweils von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Liebevoll gesammelte Exponate bestaunten die Besucher der Ausstellung des Heimatvereins zum alten Rüsselsheimer Gewerbe in der Festung. Foto: Frank Möllenberg
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