Heimatverein Rüsselsheim 1905 e. V.
04. Dezember 2011 | bje Engagiert, weil es Spaß macht Kulturplakette: Vertreter von Musikvereinen und Geschichtsforschung für Einsatz in der Kulturpflege ausgezeichnet Langjähriger wie außerordentlicher Einsatz für die Förderung der Kultur, einschließlich Brauchtumspflege und historische Forschung, sind die Begründungen für die Verleihung der Kulturplakette der Stadt, die sei 1992 vorgenommen wird. Mit Heike Rühl und Frank Brogl vom 1. Akkordeon- Club Rüsselsheim 1933, Karola Schmid vom Zitherclub und Reinhard Hill vom Spielmannszug des TV Königstädten war der Musiksektor bei der gestrigen Ehrung deutlich in der Überzahl. Norbert Hart vom Heimatverein präsentierte die Sparte historisches Erbe. Mit gleich zwei neuen Plakettenträgern stieg die Zahl der Ehepaare unter den bisher mehr als 70 Ausgezeichneten um fünf, merkte Bürgermeister Jo Dreiseitel (Grüne) in seiner Laudatio an. Er sprach von den strengen Vergaberichtlinien und nannte es gut, dass die öffentliche Würdigung langjährigen Einsatzes noch in der aktiven Zeit der Plakettenanwärter erfolge. Denn ihr Wirken in besonderem Maße sei auf das Wohlergehen anderer ausgerichtet. Wer diese Auszeichnung erhalte, sei Vorbild an ehrenamtlichem und selbstlosem Einsatz. Mit Blick auf den gestrigen Internationalen Tag des Ehrenamtes nannte es Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schneider (CDU) wohltuend, wie sich solche Menschen in die kulturelle Landschaft einbrächten vor dem Hintergrund des Überangebotes an Medien und entsprechendem Konsumverhalten. Ulrich Waskow als Vorsitzender des Stadtverbandes der kulturellen Vereine
(SKV) wusste auch, warum Menschen derart intensiven Einsatz in ihren Vereinen pflegten: „Weil es Spaß macht“. Diese freiwillige Arbeit sei Vorbild für junge Menschen und die Zukunft der Vereine. Seinem Verband, der 53 Vereine mit 5800 Mitgliedern vertritt, obliegt die Prüfung der Kandidaten. Bei Heike Rühl vom 1. Akkordeon-Club waren dies die 28 Jahre Vorstandsarbeit in verschiedenen Funktionen. Mit dem Instrument seit Kindertagen vertraut, war sie als Orchesterbegleiterin vor allem in der Nachwuchsförderung aktiv. Jetzt als Jugendwartin zeichnet sie für Jugend- und Nachwuchsorchester, musikalische Früherziehung und Flötenkurse verantwortlich, betreut somit ein Drittel der 150 Vereinsmitglieder. Im ersten Orchester spielt sie unter Dirigent Hajo Rühl, ihrem Ehemann, der vor zwei Jahren mit der Plakette ausgezeichnet wurde. Ebenfalls beim ACR 1933 seit mehr als 25 Jahren in Vorstandspositionen ist Frank Brogl, der „Kümmerer“ mit Ausdauer, wie es hieß. Denn er zeichnet verantwortlich für das Veranstaltungswesen mit Konzerten, Reisen, Festen und Ausflügen – ein Wesenselement für Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl in jedem Verein. Als sein Meisterstück wurde die Organisation der 75-Jahr-Feier 2008 aufgeführt. Zudem habe er maßgeblich für das Zusammenrücken der vier Akkordeon-Gruppen in der Stadt gesorgt. Darüber hinaus habe er sich in den SKV eingebracht und sich als Moderator bei Seniorenveranstaltungen engagiert. Einem Verein, der mit Zitherspiel eine seltene Art des Musizierens pflegt, hat sich seit fast 60 Jahren Karola Schmid verschrieben. Allerdings spielt sie Gitarre in Begleitung des alpenländischen Instruments, dazu auch Akkordeon. Ob beim Clubauftritt bei städtischen Veranstaltungen oder in Altenheimen, auch in
Nachbarstädten oder im Duett mit ihrem Ehemann Walter, habe sie stets für andere gewirkt. Im Zitherclub betreut sie die Instrumente. Als Beispiel für die in der zweiten Reihe wirkenden Vereinsmitglieder wurde ihr Einsatz gewürdigt. Reinhard Hill, einen waschechten „Kinsteerer“, zu ehren, fiel Dreiseitel nur bei der Aussprache des Begriffs schwer. Aus der Nauheimer Musikerdynastie Mischlich stammend, übernahm er in jungen Jahren bereits Verantwortung in der Sparte Spielmannszug des TV Königstädten, war 31 Jahre lang Leiter und Dirigent. 21 Jahre diente er dem Turngau Rhein-Main als Jugendfachwart. Daneben stellte er seine beruflichen Fähigkeiten als Elektroinstallateur in den Dienst der Weihnachtsmarkt-Organisation im Stadtteil, wo er auch die Gemeinschaft der Kultur- und Sportvereine führt. Die Stadtplakette ergänzte seine bereits von anderen Verbänden erfolgten Ehrungen. Bekannt geworden mit der rollenden Eisdiele, beruflich dann bei den Stadtwerken tätig, widmet sich Norbert Hart seit 33 Jahren der Arbeit des Heimatvereins in der Forschungsgruppe. Mit Beginn des Ruhestandes rückte er zum stellvertretenden Vorsitzenden und Archivleiter auf. Mindestens zehn Stunden pro Woche investiert er in eine Arbeit, die dafür sorgt, dass Rüsselsheimer Geschichte in Wort und Bild erfahrbar wird und bleibt. Dies wird mit jährlichen Sonderausstellungen zu bestimmten Themen öffentlich dokumentiert. Forschen bedeutet dabei, anhand alter Aufnahmen Namen von Personen zu ermitteln, Häuser zu benennen, sie in Zusammenhänge einzuordnen und schließlich das Material sinnvoll zu archivieren. Die Feierstunde im Theaterfoyer gestaltete musikalisch das Ensemble des 1. Akkordeon-Clubs.
http://www.echo-online.de/region/ruesselsheim/Engagiert-weil-es-Spass-macht;art1232,2411859
Norbert Hart; 2. Vorsitzender und Leiter der Archiv und Forschungsgruppe
Presse